Sonntag, 20. Januar 2019


“ The planet does not need more ‘successful people’. The planet desperately needs more peacemakers, healers, restorers, storytellers and lovers of all kinds. It needs people to live well in their places. It needs people with moral courage willing to join the struggle to make the world habitable and humane and these qualities have little to do with success as our culture is the set. ”

 Tenzin Gyatso, The 14th Dalai Lama


src


Sonntag, 18. November 2018

Die Traumküste

An der Küste des Ozeans verstecke ich mich hinter Bäumen und Gebüsch. Ich kauere mich eng an den Boden, damit ich nicht entdeckt werde. Im tiefsten Schatten bin ich. Vor mir erstreckt sich der Strand, sandig und weiss. Ich bin allein hergekommen, von sehr weit her. Ich scheine eine kleine Ewigkeit weit weg zu wohnen, aber ich habe den Ozean tatsächlich gefunden, die ferne, doch nicht gänzlich fremde Küste, die ich nur zögernd betreten habe. Als würde ich ein Tabu brechen. Ich habe mich den ganzen Weg über bemüht, leise zu gehen, aber ich fürchte, dass man mich schon längst entdeckt hat und mich beobachtet. Ich bin anscheinend ein auffallender Eindringling, obwohl ich gerade dies niemals beabsichtigt hatte. Wahrscheinlich war das Pochen meines Herzens zu laut.

Freitag, 31. August 2018

Timber Timbre - Bad Ritual





Oh, it’s a bad, bad ritual
Oh, but it calms me down



Dienstag, 7. August 2018

rot



rot
::sonnengeflecht::


der mann arbeitete sorgfältig, vorsichtig...eine falsche bewegung, ein falscher atemzug nur, und das bild wäre für immer zerstört. er hielt inne...betrachtete es. schüttelte leicht den kopf und arbeitete weiter. zu wenig rot.

rot sollte dominieren. davon hatte er geträumt, taggeträumt. ja, man könnte es fast visionär nennen: rot in wellen, in rinnsalen, pfützen und bächen. zuerst farbspritzer auf der weissen, straffgespannten leinwand, flecken, und zuletzt der rote strom, der alles mit sich nahm, auch ihn selbst. vor allem ihn selbst.


ein blick empor zum wolkigen himmel, die sonne versank blutrot in schwarz, eine neue sonne erstand im feinstofflichen lichttropfenden rot, das sonnengeflecht, in tropfigem rot

an den rändern zerfasert, aufgeschlüsselt zu lichtspuren, kränzen, funken, mirakeln, dem zentrum zu.

sein atem stockte. es war anders, als er erwartet hatte. inmitten des schwebenden funkelnden ellipsoids, des lichterkranzes, der in zierlichster anmut vor ihm schwebte, sah er kurz etwas, das er nicht genau erkennen konnte. etwas, das er nicht erkennen wollte.


er wischte sich über die augen, sah noch einmal hin...es war weg.
er sollte jetzt aufhören. jetzt wäre der ideale zeitpunkt dafür, das wusste er ganz genau, doch wie unter hypnose sah er weiter hinein
in die psychedelischen wirbel von funken, schleifen und tönen,
es gehörte ihm
das funkelnde ding, wie er es liebte, so rein war sein herz, so rein die liebe, die ihn getrieben hatte, es zu finden
das opalisierende licht der zweiten sonne , er trank es, er versank, er schwebte, lachte,

trieb leicht wie eine wolke über brandig roter gischt
querte die wogen des ozeans, den er bezwungen hatte, um das endgültige zu finden


andächtig, ein kindertraum, der kirchgang in einer winternacht
sein herz zerriss
genau das wollte er doch fühlen, darum das ganze,
und der schmerz, ja, er war ...
er war endgültig, unendlich rein
das glück ihn zu fühlen, zerrissen zu werden,
das unendliche glück, nicht mehr zu sein
das unendliche lied in seinen träumen
und er ging davon
mit dem glücksstern auf seiner Stirn


wie in trance verrichtete er die letzten schritte seiner arbeit

wandte sich der leinwand zu, von der das rot stetig tropfte



verschlinger.

verschlinger, tobte es rund um ihn




er vergass, was er wirklich gesehen hatte, das ding im zentrum des funkelnden andächtigen lichterkranzes
der schleier des wahnsinns legte sich über seine erinnerung und löschte sie aus, doch ein sanftes versprechen war ihm gegeben in einer kirchnacht mitten im winter, dass er es wiedersehen werde und dann für immer und ewig



Montag, 30. Juli 2018




An illustration from Jules Verne's novel "Around the Moon" drawn by Émile-Antoine Bayard
and Alphonse de Neuville.

Source




Donnerstag, 26. Juli 2018

stein gebiert neue formen
zeichen auf den mauern
vom regen
vom wind
ich folge ihnen mit den augen
...mit den fingern
bedächtig zeichne ich ihre
umrisse nach
wie landkarten
geheimwege die in
mein inneres führen
die wolken stehen fedrig
über baumwipfeln
aus tiefem blau blitzt ein lächeln
findet ihr mich?

Mittwoch, 25. Juli 2018