vielleicht gibt es ihn deshalb immer noch. wenn er zu real wäre, wäre er längst in der vergessenheit verschwunden, aber da er das nicht ist, existiert er immer noch. der stillgelegte bahnhof mit dem warteraum, der in angenehmes halbdunkel gehüllt ist.
sogar im sommer bei flirrender hitze ist es kühl. man kann hier perfekt einen heissen tag verschlafen oder lesen oder einfach nur aufs meer schauen.
hier kommen garantiert nur wenige leute vorbei und noch weniger leute bleiben. diejenigen, die den raum sofort wieder verlassen, wirken desorientiert und durcheinander, als würden sie bei der stille, die in diesem raum herrscht, ein gefühl der ohnmacht empfinden. als wäre ihnen die stille unangenehm. sie werden wieder in die masse der menschen eintauchen, darin verschwinden und im allgemeinen stimmengewirr das wiederfinden, was sie ihren verstand nennen. genau solche leute fühlen sich hier an diesem ort verloren und unwohl. und so ist es auch gedacht.
dieser ort ist einladend, doch die einladung gilt nicht jedem.
es führen schienen am bahnhof vorbei. verrostete schienen, vom meerwasser überspült.
die korrosion ist allgegenwärtig.
hie und da schwappt eine welle meerwasser in die wartehalle und spült algen und sand herein.
seemöven hocken auf den pfosten, die vor dem gebäude aus dem wasser ragen und starren auf's wasser hinaus.
die einzigen wahrnehmbaren geräusche, das leise rauschen von wasser und das gelegentliche krächzen und schreien der möven, tragen zum allgemeinen gefühl bei, dass man sich hier eigentlich nicht wirklich an land befindet, nicht auf festem boden, sondern dass es sich hier um eine insel handelt.
hinten im raum, wo es am dunkelsten ist, steht eine verschlissene, grosse couch aus dunkelrotem samt. sie wirkt seltsam deplaziert, morbid und immer noch wunderschön. sie könnte aus einem schloss stammen oder aus einer dieser goth-ähnlichen bars, wie man sie in mancher grossstadt noch vorfindet, wenn man glück hat.
schräg hinter der couch befindet sich ein grosser, moderner und leicht korrodierter, prächtiger kaffeeautomat...
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Donnerstag, 21. Mai 2015
Samstag, 18. Oktober 2014
ein kleiner raum, eine rote couch...
... und ein kaffeeautomat. der raum befindet sich in einem stillgelegten bahnhofsgelände. rostige schienen führen ins nirgendwo, die schienen werden von meerwasser überspült. möven hocken auf den pfosten vor dem gebäude, scheinen vor sich hinzudösen.. alles ist sehr ruhig. auf entspannte, aber doch eigenartige weise ruhig. so als würde sich viel ereignen, als wäre der raum trotz seiner offensichtlichen verlassenheit dennoch belebt,
aber das stimmengewirr, das hier auf der erde ununterbrochen existiert, fehlt völlig. es ist ein angenehmer ort.
und es ist durchaus angenehm, auf der roten couch zu sitzen, in einem kühlen raum, mit einem heissen schwarzen kaffee in der hand, und hinauszuschauen auf eine wasserfläche, auf der sich das licht bricht,
alte geschichten fallen einem dort ein
...
ich sehne mich nach diesem ort. ich fürchte diesen ort auch, denn hier trifft man nur leute, die in jeder hinsicht extrem sind. manchmal ist das gut. machmal unendlich böse und grausam. man beginnt sich dort zu fragen, zu welcher art leute man in wirklichkeit gehört. wer man ist. in wirklichkeit. und ob man dieser jemand sein möchte. ob man es erträgt, dieser jemand zu sein. hier kann hinter jeder tür ein abgrund lauern. oder ein korridor zu den sternen. wer dort war, weiss, wovon ich rede.
manche leute warten nur darauf, dass der zug auf diesen rostigen gleisen kommt, ein zug, der - wie uns nicht wirklich überzeugend dargelegt wurde - niemals kommen wird. wir haben unsere berechtigten zweifel. wir sind schon viel zu lange an diesem ort. er wird kommen. er wird.
aber das stimmengewirr, das hier auf der erde ununterbrochen existiert, fehlt völlig. es ist ein angenehmer ort.
und es ist durchaus angenehm, auf der roten couch zu sitzen, in einem kühlen raum, mit einem heissen schwarzen kaffee in der hand, und hinauszuschauen auf eine wasserfläche, auf der sich das licht bricht,
alte geschichten fallen einem dort ein
...
ich sehne mich nach diesem ort. ich fürchte diesen ort auch, denn hier trifft man nur leute, die in jeder hinsicht extrem sind. manchmal ist das gut. machmal unendlich böse und grausam. man beginnt sich dort zu fragen, zu welcher art leute man in wirklichkeit gehört. wer man ist. in wirklichkeit. und ob man dieser jemand sein möchte. ob man es erträgt, dieser jemand zu sein. hier kann hinter jeder tür ein abgrund lauern. oder ein korridor zu den sternen. wer dort war, weiss, wovon ich rede.
manche leute warten nur darauf, dass der zug auf diesen rostigen gleisen kommt, ein zug, der - wie uns nicht wirklich überzeugend dargelegt wurde - niemals kommen wird. wir haben unsere berechtigten zweifel. wir sind schon viel zu lange an diesem ort. er wird kommen. er wird.
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