Sonntag, 24. Januar 2010

ghost drifting through snow







ein zusammentreffen. das entsetzen.
bist körperlos, irrst umher.
murmelst, unentwegt, vom blut und der reue.
irrst im kreis, immer nur im kreis.
mein weg führt mich weiter.
weg von dir.
hinter mir ein kreischen
vergebung!
zählen meine tränen?
ich drehe mich um.
nichts mehr. niemand.

Samstag, 23. Januar 2010

auf der weiten ebene

das mädchen steht auf einer weiten ebene. es ist winter. in einiger entfernung kann sie wälder ausmachen und sie weiss, dass sie diese wälder durchqueren wird, wenn sie die ebene durchmessen hat, und dass sie dann weiter muss, weiter, über wiesen, zugefrorene seen, sie wird über zäune klettern und brücken überqueren. während sie den weg zurücklegt, meist laufend, wird sie die letzten zweifel für immer verlieren. sie weiss, dass es nötig ist, in bewegung zu bleiben und nur kurze rastpausen einzulegen. ihr weg ist sehr weit und es könnte sich wirklich noch ausgehen, das ziel zu erreichen.
was ist dein ziel, fragten sie einige, doch eine antwort darauf zu geben, war ihr immer zu schwer gefallen. man kann nicht einfach sitzen bleiben und über ein weit entferntes ziel diskutieren. man muss sich bewegen, damit das ziel wieder klar vor augen tritt. so kam es, dass sie anfing, der sprache zu misstrauen. bewegung ist das ziel. noch nie war ihr bewusst gewesen, was dieser satz eigentlich bedeutet, doch heute ist es leicht, zu verstehen. der weg ist das ziel. und bewegung ist alles. ihr herz fühlt sich befreit an, als sie einen letzten blick zurück wirft, diesmal ohne stirnrunzeln, ohne zorn im blick. sie hätte niemals dort bleiben können, wo sie die letzten jahre verbracht hatte. und sie hatte einiges gelernt in den letzten jahren. umsonst war es also nicht gewesen.
die ersten schritte im frisch gefallenen schnee, fast tänzerisch, leicht. dann beginnt sie, zu laufen.

Sonntag, 4. Oktober 2009

we are ghosts

we are ghosts
dreaming of disintegration
in winter
our breath will be fog
our eyes pale blue
the eyes of newborn babies


the core of substance is emptyness
the core of emptyness is wholeness



the blue sky resembles the eyes of newborn babies
it has no colour, it's just a reflection of light

Dienstag, 22. September 2009

the creature




Elf Power: The creature

Careful where you hide, secrets come alive
Walk right by the evil things, slip into the night
I am the creature and I'll roam
I've lived a thousand times before
No longer waiting at your door
I am the creature and I'll roam

All across the land, the spectre holds your hand
Though her face, you cannot see, her thoughts you'll understand
I am the creature and I'll roam
I've lived a thousand times before
No longer waiting at your door
I am the creature and I'll roam

Come on under, I'll be waiting right beneath your feet
Time is over, we're forgotten, lightning fills the seas

Have you ever heard the noises and the words
Calling out to lure you to the boiling underworld?
I am the creature and I'll roam
I've lived a thousand times before
No longer waiting at your door
I am the creature and I'll roam

Come on under, I'll be waiting right beneath your feet
Time is over, we're forgotten, lightning fills the seas
Lightning fills the seas, lightning fills the seas


[ The Creature Lyrics on http://www.lyricsmania.com/ ]

Samstag, 12. September 2009

follow the map

zwischenstation: tiefer winter. ausruhen.



was zählt wirklich? du weisst es. wir sind schon so weit gekommen. stell dir vor, du würdest stehenbleiben, gerade jetzt. ruh dich kurz aus. deine reise ist noch nicht vorbei. wenn sich das universum wie eine kugel über euch schliesst, bist du angekommen.
über euch?
jeder mensch hat sein gegenstück. niemand ist allein.

Sonntag, 30. August 2009

wanderlust



irgendwann werde ich wohl immer auf reisen sein. ein festes domizil brauche ich dann nicht mehr,
ich werde in hotels, motels und pensionen absteigen.
mein steckenpferd, seltsame dinge aus aller welt zu sammeln, werde ich dennoch nicht aufgeben.
ich werde meine besitztümer auf lagerräume und schliessfächer in der ganzen welt verstreuen.

über das verschwinden

tief luft holen....und langsam untertauchen. die augen weit öffnen, keine angst vor dem brennen des salzwassers. das licht färbt die wasserfläche über dir in grün, von dem du oft geträumt hast, funkendes grün, das es auf der erdoberfläche nicht gibt. die luft reicht noch aus, sinke tiefer. langsam verschwindet das funkeln, vereinzelt sickert noch licht zu dir herunter. langsam gewöhnst du dich wieder an schwerelosigkeit, auch deine gedanken werden leichter, weicher. bis du dich auflöst und ganz zu verschwinden scheinst. doch langsam kommst du selbst wieder zum vorschein. was bleibt von dir, wenn alles schwere von dir genommen wird? wer bist du? jede zelle in deinem körper schwingt auf einer frequenz, die musik gleicht. tauch noch tiefer und lass die augen weit offen.
du lässt die luft aus deinen lungen entweichen, myriaden von luftbläschen umgeben deine schwebende gestalt
es ist der beste augenblick, der gleichzeitig ein abschied ist.

der mann liegt auf der wiese vor dem haus und blickt in den himmel. seine haare trocknen langsam im wind. immer wieder blickt er zum meer hinüber, dann wieder zum himmel. als wären dort in den urelementen alle antworten enthalten, die er immer gesucht hat.
weit über ihm taucht ein vogel ins blau, immer weiter, bis er verschwindet, sich aufzulösen scheint.
geht es darum, um's eintauchen, um das verschwinden? schreibt er in sein notitzbuch, das vor ihm im sand liegt. müssen wir uns selbst vergessen, um das wirkliche leben zu finden? müssen wir uns erst auflösen, um ganz zu werden?

ich kannte einmal ein mädchen,
schreibt er weiter, ein mädchen, das irgendwie bescheid wusste. manchmal erzählte sie darüber, über das verschwinden. sie sagte, sie würde es gerade lernen. es wäre eine kunst, die lebenslanges lernen erforderte. wenn sie darüber sprach, lag etwas sonderbares in ihren augen, etwas wildes, ungezähmtes. etwas, was nicht menschlich wirkte. nur ein wildes kind, schreibt er weiter. ein wildes kind, mehr nicht, und mehr wollte sie auch nie sein. er fragt sich, ob sie es inzwischen geschafft hatte, wieder ein stückchen mehr zu verschwinden. um ihrer heimat näher zu sein.