Donnerstag, 2. Juni 2016
Awakenings
It's strange how you wake sometimes in the middle of the night
in the middle of sleep someone has knocked on a door
And in the extraordinary city of midnight of half-waking
and half-memory heavy gates clang from street to street
Who is this nocturnal visitor with an unknown face
what does he seek what does he spy
Is he a poor man demanding bread and shelter
Is he a thief is he a bird
Is he a reflection of ourselves in the mirror
Back from a transparent abyss
Trying to re-enter us
Then he realizes that we've changed
that the key no longer turns in the lock
Of the mysterious door of bodies
Even if he's only left us for a few minutes
at the troublesome moment when we put out the light
What does he become then
Where does he wander? does he suffer?
Is this the origin of ghosts?
the origin of dreams?
the birth of regrets?
No longer knock at my door visitor
There's no room on my hearth or in my heart
For the old images of myself
Perhaps you recognize me
I'll never know how do you recognize yourself
Robert Desnos, translated by Amy Levin
(French Surrealism)
Sonntag, 15. Mai 2016
Mittwoch, 11. Mai 2016
Sonntag, 24. April 2016
sommer I - das alte land
als sie ankamen und sich mit müden augen zum ersten mal umsahen, war licht alles, was sie aufnahmen, dunstiges zwielicht, das über der dicht bewaldeten hügelkette in der ferne lag. licht, das ihren augen wohl tat und tröstliche stille, die ihre angespannten sinne beruhigte, sie einhüllte und barg
im hereindämmernden abend sassen sie vor dem haus und träumten der versunkenen welt entgegen, die sie in ihren städten nicht oder kaum mehr kannten, obwohl sie immer gewusst hatten, dass sie existierte
und als die abenddämmerung kam wie ein stiller gast, samtig grau und violett, und ihre augen und herzen überströmten, schmiegten sie ihre gesichter wie liebende dem himmel entgegen
II
sie sassen um den grossen tisch in der küche des alten hauses und assen oliven, in kräuteröl eingelegten würzigen feta und weissbrot, tranken wein, der ebenfalls leicht nach olien schmeckte, nach harz und pinienzapfen. der wein war leicht ölig und anders als alles, was sie bisher getrunken hatten. typisch für diese gegend, wo die natur schwer und sonnnendurchglüht und träge war, funkelnd im licht und bis zum äussersten ausgereift in form und geschmack, zu sinnlich beinahe, sinnenbetäubend
tage wie reifer wein in schweren pokalen
ohne es selbst zu bemerken, hatten sie die farben des sommers angenommen
III
und wie im rausch vergingen die tage, ein jeder morgen noch lichter, sehnsuchtsvoller als der morgen zuvor
noch mehr, immer wieder mehr von licht und dunkel,
sonnengeflirre und schatteninseln, bis sie trunken waren vom licht und den farben
und dennoch nach mehr verlangten
dürstend nach dem schwarz des landes und dem blau des himmels
ausgehungert nach dem blut der erde, das aus überreifen, zerplatzten trauben
über ihre gesichter und in ihre kehlen lief
bis sie müde vom überfluss einschliefen, die gesichter auf dunkle erde geschmiegt
und von feurigen rossen träumten, die aus licht waren
und den lachenden sonnengott im himmelswagen durch die blaue luft zogen
im hereindämmernden abend sassen sie vor dem haus und träumten der versunkenen welt entgegen, die sie in ihren städten nicht oder kaum mehr kannten, obwohl sie immer gewusst hatten, dass sie existierte
und als die abenddämmerung kam wie ein stiller gast, samtig grau und violett, und ihre augen und herzen überströmten, schmiegten sie ihre gesichter wie liebende dem himmel entgegen
sie sassen um den grossen tisch in der küche des alten hauses und assen oliven, in kräuteröl eingelegten würzigen feta und weissbrot, tranken wein, der ebenfalls leicht nach olien schmeckte, nach harz und pinienzapfen. der wein war leicht ölig und anders als alles, was sie bisher getrunken hatten. typisch für diese gegend, wo die natur schwer und sonnnendurchglüht und träge war, funkelnd im licht und bis zum äussersten ausgereift in form und geschmack, zu sinnlich beinahe, sinnenbetäubend
tage wie reifer wein in schweren pokalen
ohne es selbst zu bemerken, hatten sie die farben des sommers angenommen
und wie im rausch vergingen die tage, ein jeder morgen noch lichter, sehnsuchtsvoller als der morgen zuvor
noch mehr, immer wieder mehr von licht und dunkel,
sonnengeflirre und schatteninseln, bis sie trunken waren vom licht und den farben
und dennoch nach mehr verlangten
dürstend nach dem schwarz des landes und dem blau des himmels
ausgehungert nach dem blut der erde, das aus überreifen, zerplatzten trauben
über ihre gesichter und in ihre kehlen lief
bis sie müde vom überfluss einschliefen, die gesichter auf dunkle erde geschmiegt
und von feurigen rossen träumten, die aus licht waren
und den lachenden sonnengott im himmelswagen durch die blaue luft zogen
Samstag, 19. März 2016
Montag, 22. Februar 2016
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